Spendenaufruf

Liebe Freundinnen und Freunde des Ökumenischen Zentrums

Seit Anfang Januar 2015 findet in unseren Räumen in der Wilmersdorfer Str. 163 Deutschunterricht für Flüchtlinge statt in täglich zwei Unterrichtsblöcken montags bis donnerstags 11:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr. Unsere Koordinatoren sind Richard Nirschl und Gaby Romboy.

Die ersten sehr positiven Vorgespräche fanden im November/Dezember 2014 mit Frau Besmil vom AWO-Flüchtlingsheim Kaiserdamm 3, Berlin-Charlottenburg, statt.
Es folgte ein Aufruf an pensionierte Lehrkräfte, veröffentlicht in der Berliner Lehrerzeitung der GEW, bei der Durchführung von Deutschunterricht für Flüchtlinge mitzuhelfen.

Über 20 vorwiegend weibliche pensionierte Lehrkräfte meldeten sich sowie einige pensionierte Mitarbeiterinnen des Goetheinstituts. Wir machten einige vorbereitende pädagogische und
organisatorische Treffen. Über 10 Lehrkräfte blieben übrig, so daß wir nach den Weihnachtsschulferien im Januar beginnen konnten.
Große schwere ausrangierte Unterrichtstafeln bekamen wir von einer Spandauer Schule. Frau Besmil hatte mit einem Aushang und persönlicher Ansprache im AWO-Refugium geworben,
und es kamen etwa 30 Flüchtlinge zum Deutsch-Unterricht.

Die überwiegende Zahl „unserer“ Flüchtlinge kommt aus Syrien, Afghanistan, Irak. Der Bildungsstand reicht von Analphabeten bis Akademikern, darunter einige wenige Frauen.
Es sind Flüchtlinge „in der Warteschleife“.

Zunächst begannen wir mit dem Unterrichtsblock 11:00 – 13:00 Uhr in vier nach Bildungsstand unterteilten  Arbeitsgruppen von je 7 – 8 Personen.

Die Nachfrage, mittlerweile auch aus anderen Bezirken, ist so groß, daß wir im Mai einen zweiten Unterrichtsblock von 14:00 – 16:00 Uhr mit ebenfalls 30 Personen begonnen haben.
Die Flüchtlinge sind sehr motiviert.
Nach ca. 200 Stunden ist der Deutsch-Kurs beendet, und neue Flüchtlinge beginnen mit einem neuen Kurs. Leider gibt es zusätzlich noch eine  Fluktuation durch Verlegung der Flüchtlinge
in andere Bundesländer oder andere Berliner Bezirke. Die meisten innerhalb Berlins verlegten Flüchtlinge kommen jedoch weiterhin zum Unterricht auch bei größerer Entfernung.
Insgesamt kommen täglich neue Flüchtlinge zum Deutsch-Unterricht, so daß wir einen Aufnahmestopp verhängen mußten.
Nachdem die meisten syrischen Flüchtlinge offizielle Deutsch-Kurse besuchen können, melden sich bei uns vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan, die keine offiziellen Deutsch-Kurse besuchen dürfen.
Sie kommen aus einem Land, das nicht nur durch den Krieg gegen die Taliban destabilisiert wurde, sondern mit Hilfe der USA dem korrupten Karsai-Clan und den separaten Interessen der lokalen „Kriegsfürsten“ ausgeliefert wurde. Während das Auswärtige Amt Reisewarnungen für Afghanistan ausspricht, bekommen afghanische Flüchtlinge bei uns kaum Asyl zugesprochen.
Alle unsere Kurse sind überfüllt.

Unsere Lehrkräfte arbeiten ehrenamtlich. Darauf legen wir Wert. Die Flüchtlingsschüler bekommen je ein Lehrbuch gegen Zahlung von 5 €. Die Restkosten der Bücher (5 €), ebenso wie die Lehrer-Lehrbücher, Büromaterial wie Stifte, Papier etc. sowie Hygiene- und Reinigungsmaterial finanzieren wir aus Spenden.
Drei fahrbare Drehtafeln und einen abschließbaren Schrank für Lehrmaterialien haben wir angeschafft.
Die monatlichen Kosten für den direkten Unterricht belaufen sich z. Zt. auf  über 1.000 €.
Die übrigen Kosten (erhöhte Heizungs-, Strom-, Kopier- und Infrastrukturkosten) tragen wir aus Mitteln des Vereins.
Nun sind unsere Spenden aufgebraucht.

Unsere Kontoverbindung:
Ökumenisches Zentrum, GLS Bank, IBAN DE55 43060967 8025923000

Mit herzlichem Gruß
Peter Kranz, Vorsitzender