05.02.2016

Offener Brief an den Israelischen Botschafter in Berlin

5. Februar 2016
S.E. Herrn Yakov Hadas-Handelsman
Botschaft des Staates Israel
Auguste-Viktoria-Str. 74-76
14193 Berlin

Sehr geehrter Herr Botschafter,

vor zwei Wochen habe ich vom feigen Anschlag jüdischer Extremisten auf Kirche und Hospiz der Dormitio-Abtei der Benediktiner auf dem Berg Zion in Jerusalem gehört. In einer Pressemitteilung der Dormitio-Abtei ist sinngemäß zu lesen:

In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2016 wurden erneut nach einer aggressiv lauten Party jüdischer Extremisten in der Nähe über 10 Hass-Schmierereien auf Klostermauer und Türen sowie auf Mauern und Türen des Griechisch-Orthodoxen und des Armenischen Friedhofs angebracht: „Christen zur Hölle“, „Tod den Christen, den häretischen Feinden Israels“, „Ausgelöscht sei sein Name“, „Rache für die Israeliten“.

Diese Hass-Schmierereien wurden dann von der Polizei mit roter und schwarzer Farbe übermalt, wodurch der Sachschaden an den Gebäuden vergrößert wurde. Einige Hass-Schmierereien sind weiterhin entzifferbar.

Am 4. Februar 2016 lese ich in der Zeitung, dass der palästinensische Zirkuskünstler Abu Sakha auf dem Weg zur Arbeit festgenommen wurde und sich seitdem in der menschenrechtswidrigen Administrativhaft befindet. Er darf weder Besucher haben noch mit seiner Familie telefonieren. Es gibt keine Anklage. Er ist noch nicht einmal verhört worden.

Sehr geehrter Herr Botschafter,

wie hat sich Ihr Land zum Negativen verwandelt, seit ich Israel das letzte Mal besuchte!

Was die Dormitio-Abtei betrifft: Die Saat, die Ihre Regierung sät, geht auf. Israel entfernt sich mehr und mehr von der demokratisch-zivilisierten Welt. Und was die illegale Festnahme des Zirkuskünstlers betrifft: Israel ist zu einer Schande für die demokratische Welt geworden.

Ich bedaure das sehr.

Hochachtungsvoll
Pfr. Peter Kranz

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